Eine Station schließen, um sie zu modernisieren? Für die meisten Kliniken keine Option. Wie ein Umbau gelingt, während nebenan Patienten versorgt werden.
Kaum ein Krankenhaus kann es sich leisten, Betten über Monate vom Netz zu nehmen. Modernisierungen finden deshalb fast immer im laufenden Betrieb statt: mit Patienten im Nachbarzimmer, Pflegekräften auf dem Flur und Technik, die nicht ausfallen darf. Das stellt besondere Anforderungen an Planung, Bauablauf und Kommunikation.
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich Lärm, Staub und Einschränkungen auf ein Minimum reduzieren. Diese Punkte entscheiden darüber.
Ein Umbau im Bestand betrifft weit mehr Menschen als ein Neubau. Stationsleitung, Pflege, Haustechnik, Hygienefachpersonal und Brandschutz sollten von Anfang an eingebunden sein. Sie kennen die Abläufe, die kritischen Zeiten und die Schwachstellen des Gebäudes. Nur gemeinsam entsteht ein Bauablauf, der im Alltag funktioniert.
Statt eine ganze Station auf einmal umzubauen, wird sie in Bauabschnitte aufgeteilt. Während ein Abschnitt modernisiert wird, laufen die anderen weiter. Entscheidend ist eine realistische Taktung: Welche Zimmer sind wann frei? Wo können Patienten vorübergehend untergebracht werden? Und wie wird die Belegung in dieser Zeit gesteuert?
Baustaub ist in Kliniken mehr als ein Ärgernis. Er kann Schimmelpilzsporen freisetzen, die für immungeschwächte Patienten gefährlich werden. Bewährt haben sich:
Welche Maßnahmen im Einzelfall nötig sind, legen wir gemeinsam mit dem Hygienefachpersonal des Hauses fest.
Wo gebaut wird, ändern sich Wege. Flucht- und Rettungswege müssen in jeder Bauphase frei und gekennzeichnet bleiben, temporäre Abtrennungen den brandschutztechnischen Anforderungen entsprechen. Diese Planung gehört in jede Bauphase, nicht nur in den Endzustand.
Strom, Lüftung, Medizingase, Rufanlage: Eingriffe in die Haustechnik müssen so geplant sein, dass die Versorgung der Patienten jederzeit gesichert ist. Notwendige Abschaltungen werden frühzeitig angekündigt, mit der Haustechnik abgestimmt und auf möglichst unkritische Zeiten gelegt.
Nichts belastet den Klinikalltag mehr als eine Baustelle, auf der niemand zuständig ist. Ein fester Ansprechpartner, regelmäßige Abstimmungen mit der Station und klare Informationen für Patienten und Personal sorgen dafür, dass Probleme gelöst werden, bevor sie den Betrieb stören.
Am Ende jedes Bauabschnitts stehen Endreinigung, Abnahme und, wo nötig, die Freigabe durch das Hygienefachpersonal. Erst dann geht der Bereich wieder in Betrieb. Eine vollständige Dokumentation erleichtert später Wartung und Betrieb.
Bauen im laufenden Betrieb ist anspruchsvoll, aber gut planbar. Der Schlüssel liegt in der frühen Abstimmung mit allen Beteiligten, einem durchdachten Bauablauf und einer klaren Verantwortung. Genau deshalb setzen viele Kliniken auf einen Generalunternehmer, der alle Gewerke koordiniert und als einziger Ansprechpartner für die gesamte Bauzeit zur Verfügung steht.
Wir zeigen Ihnen, wie sich Ihr Vorhaben in Abschnitten umsetzen lässt, mit möglichst wenig Einschränkungen für Station und Patienten.
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